Von TIM ATTENBERGER, 28.05.07, 20:40h, aktualisiert 29.05.07, 09:31h
Schauplatz ist eine Informationsveranstaltung der Türkisch-Islamischen Union Ditib und der Stadtverwaltung am Samstag vor Pfingsten. Die Ehrenfelder sollen zum geplanten Bau der Moschee an der Venloer Straße angehört werden. Überall auf dem Platz haben sich kleinere Gruppen gebildet, in denen lautstark und sehr emotional über das Für und Wider der Moschee gestritten wird. „Leider sind vor allem Leute von Pro Köln hier hergeschickt worden, mit denen man nicht diskutieren kann“, so Wirges.
Auf der anderen Seite des Neptunplatzes steht gerade Oberbürgermeister Fritz Schramma im sommerlichen Jackett mit lässig geöffnetem Hemdkragen vor einer Fernsehkamera und erklärt ruhig und sachlich, dass er einen möglichst raschen Baubeginn wünscht. „Ich möchte, dass wir das Thema Moscheenbau im Wahlkampf 2009 hinter uns haben.“ Im nächsten Moment sieht Schramma sich einem älteren Mann gegenüber, vor dessen behaarter Brust ein markantes Kreuz baumelt. Er will wissen, warum eine christliche Partei ein islamisches Bauwerk unterstützt. Der OB verweist auf die Religionsfreiheit und geht zum nächsten Kamerateam, das schon wartet.
„Ich möchte nicht, dass Ehrenfeld bekannt wird als Ort der Moschee“, poltert unterdessen Schrammas CDU-Kollege Jörg Uckermann. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister stellt sich vehement gegen das Bauvorhaben. Um Uckermann scharen sich nach und nach immer mehr Menschen. Dann legt er noch einmal nach: „Das sieht hier dann ja aus wie ein islamisches Disneyland.“
Nevzat Cosgun winkt bei solchen Angriffen direkt ab. Der Ditib-Jugendbetreuer hofft auf das Einverständnis der meisten Bürger. „Die Pro Köln-Anhänger kommen sowieso nur mit Fragen, auf die sie schon vorher ihre negativen Antworten haben.“ Cosgun bedauert, dass gute Gespräche kaum zustande kommen. Es fehle den Menschen an Informationen über den Islam. Dem stimmt auch ein sichtlich verängstigter Rentner zu, der in Ehrenfeld lebt. Er möchte gerne anonym bleiben, weil er Übergriffe der Pro KölnAnhänger fürchtet. Pro Köln diskutiere sehr aggressiv und toleriere keine Gegenmeinungen. „Ich habe nichts gegen die Moschee, solange sie offen für alle Bürger ist, und das geht den meisten Ehrenfeldern so.“
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