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Archiv-Einsturz

KVB stoppen U-Bahn-Bau

Erstellt 09.03.09, 10:58h, aktualisiert 11.03.09, 22:40h

Die KVB haben die Bauarbeiten an der Nord-Süd-Bahn gestoppt. Der Technikvorstand Walter Reinarz konnte nicht garantieren, dass der Tunnel Richtung Heumarkt und Severinsviertel ausreichend gesichert sei.

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Ein Bagger reißt ein weiters Nachbarhaus des eingestürzten Stadtarchivs ein. (Bild: dpa)
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Ein Bagger reißt ein weiters Nachbarhaus des eingestürzten Stadtarchivs ein. (Bild: dpa)
Köln - Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben erst am Dienstag, eine Woche nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs, einen Teil-Baustopp für die Nord-Süd-Stadtbahn verhängt. Bisher habe es unter anderem noch Stemmarbeiten unter dem Rathaus gegeben, räumte KVB-Technikvorstand Walter Reinarz gestern ein. Bisher hatten die KVB stets behauptet, sie ließen nur Arbeiten wie den Guss von Beton-Bodenplatten vornehmen, die unmittelbar zur Sicherheit der Baustellen beitrügen.

Reinarz konnte am Dienstag nicht garantieren, dass die an die Unglücksstelle am Waidmarkt anschließenden Tunnel Richtung Heumarkt und Severinsviertel noch gegen den Grundwasserdruck gesichert seien. Bis zum Unglückstag am 3. März „hätte ich noch gesagt, der Tunnel zwischen den Haltestellen wäre sicher“, sagte Reinarz. Jetzt müssten die Tunnel zunächst untersucht werden. Sie würden aber laufend überwacht. Von den „Sonderbauwerken“ wie Haltestellen seien nur drei soweit fertig, dass sie auch ohne Abpumpen dem Grundwasserdruck standhielten.

Den Teil-Baustopp hatte Reinarz gestern Morgen mit den Aufsichtsräten von KVB und Stadtwerken sowie mit Oberbürgermeister Fritz Schramma abgestimmt. Vorerst gestoppt werden unter anderem Arbeiten am Rathaus, an Chlodwigplatz und Bonntor. Dagegen soll am Heumarkt ab heute eine Bodenplatte gegossen werden. Schramma sagte, ihm sei wichtig, „dass die KVB mir gegenüber versichert hat, dass derzeit alles zum Schutz der Bürger veranlasst wird“.

Einen Rückschlag gab es bei der Suche nach einem externen Fachmann, der alle Baupläne noch einmal prüfen soll. Der dafür vorgesehen Bochumer Ingenieurprofessor Markus Thewes hatte schon früher Aufträge für die Stadtbahn ausgeführt und könnte so in Interessenkonflikte geraten. Als Ersatz nannten die KVB gestern den emeritierten Wuppertaler Professor Bernhard Walz. Walz sagte der Rundschau aber, er habe noch keine Zusage gegeben.

Die Suche nach dem zweiten Vermissten am Archiv ist erneut ins Stocken geraten. Der 24-jährige Khalil G. könnte noch weit tiefer unter den Trümmern liegen als bislang befürchtet, sagte Feuerwehr-Chef Stephan Neuhoff. Vor weiteren Suchaktionen sind Abrissarbeiten nötig: Mit dem Abbruch des Hauses 232 auf der Severinstraße wurde in der Nacht begonnen. Erst dann kann die Suche nach dem vermissten Khalil G. fortgesetzt werden. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte dem Kölner Stadtarchiv unterdessen 300 000 Euro Hilfe vom Land für Restaurierungsarbeiten zu. (EB)



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